10 Jahre Oswald Nussbaum Kinderhaus – „Kinder sind die Zukunft der Gesellschaft“

(dyh). Rund 50 geladene Gäste waren am 15. September gekommen, um in St. Leon-Rot das zehnjährige Bestehen des Oswald Nussbaum Kinderhauses sowie die Einweihung der neuen integrativen Kinderkrippe auf dem Gelände von Nussbaum Medien zu feiern.

Nach der Begrüßung durch Klaus Nussbaum, Inhaber von Nussbaum Medien, richtete Landtagsabgeordneter Karl Klein seine Worte an die Gäste. Er sei gerne zur Feier gekommen, da ihn mit Nussbaum Medien als ehemaliger Bürgermeister von Mühlhausen „viel verbindet“, so Klein. Die Eröffnung der neuen Kinderkrippe spiegele auch „die Unternehmenskultur von Nussbaum Medien wider“, in der ein „offenes und gutes Miteinander“ gepflegt werde. Im Jahr 1972, als Oswald Nussbaum in Weil der Stadt eine Kinderbetreuung im Betrieb eingeführt hatte, sei das „ein absolutes Novum“ gewesen, betonte Klein. Und auch heute gäbe es bei insgesamt rund 8.800 Kitas in Baden-Württemberg gerade bei den Betriebskindergärten noch „Luft nach oben“. Insofern gebühre Nussbaum Medien „hoher Respekt, großer Dank und Anerkennung“ für das besondere soziale Engagement, unterstrich der Landtagsabgeordnete abschließend.

„Kinder sind die Zukunft der Gesellschaft. Mitarbeiter sind die Zukunft eines Unternehmens.“ Diese Feststellung setzte Katharina Ebbecke an den Beginn ihrer Grußworte. Die erste Vorsitzende der Lebenshilfe Wiesloch, in der deren Trägerschaft die Kita betrieben wird, zeigte auf, dass Nussbaum Medien und die Lebenshilfe schon 2006 ihrer Zeit voraus waren.

Gleich mehrere Faktoren seien bereits in der Planungsphase einmalig gewesen: ein Betriebskindergarten für Kinder ab einem Jahr, der ganzjährig geöffnet ist, der einen integrativen Ansatz verfolgt und der in Trägerschaft der Lebenshilfe betrieben wird. Das führte schnell dazu, dass“ eine lange Warteliste“ entstand sowie der Wunsch, „den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch Krippenplätze anbieten“ zu können. Mit der Erweiterung um zehn Krippenplätze sei diesem Wunsch Rechnung getragen und „ein Stück Zukunft in die Gegenwart geholt“ worden, so Ebbecke.

Petra Presser von der Architektengruppe Numerobis ging kurz auf die Besonderheiten des Neubaus ein. Mit der Krippe sei „nicht nur Zweckarchitektur“ entstanden, sondern vielmehr ein kreatives Objekt. Die Verbindung des bestehenden Gebäudes mit dem Neubau habe das Vorhaben zu einem „besonderen Projekt“ gemacht. Den Mittelpunkt bildet nun ein offen gestalteter, lichter Innenhof, so Presser. Anschließend konnte sie zusammen mit Klaus Nussbaum den symbolischen Schlüssel – in einer schmackhaften Laugenversion – an die Kinderhaus-Kinder übergeben.

Selbstverständlich durften bei den Eröffnungsfeierlichkeiten diejenigen nicht fehlen, um die es eigentlich geht. Die Kleinen aus der Haselmaus- und der Eichhörnchen-Gruppe zeigten ihren Dank mit einem eigens gedichteten Kinderhaus-Lied.

Felix Geider, das erste „Nussbaum-Medien-Kind“, das 2007 das Kinderhaus besuchte, blickte zurück auf seine eigene Kindergartenzeit. Das Besondere an der Einrichtung sei für ihn, dass alle Kinder miteinander spielen und lernen können, egal woher sie stammen, ob mit oder ohne Handycap. Bei der Einweihung vor zehn Jahren, bei der auch Felix dabei war, war eine Kerze entzündet worden. Zu dieser gesellte sich heute eine weitere Kerze, die das Licht zu den Kindern bringen soll. Die ökumenische Weihe der neuen Kinderkrippe nahmen Pfarrerin Katharina Wendler und Pfarrer Manfred Woschek vor.

Dr. Alexander Eger, Bürgermeister von St. Leon-Rot, sprach stellvertretend auch für seine Kollegen Thomas Glasbrenner, Dielheim, und Jens Spanberger, Mühlhausen, deren Gemeinden sich gemeinsam an den laufen Betriebskosten der Kinderkrippe beteiligen. Der Gesamtzuschuss von Bund, Land und Gemeinde zu den Baukosten habe 470.000 Euro betragen; 325.000 Euro flossen allein aus St. Leon-Rot. Auch Eger lobte das „außerordentlich soziale Engagement“ von Nussbaum Medien und überreichte eine „Tigerente“ an die Kinderhaus-Leiterin Alexandra Bäuerle.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit musikalischen Beiträgen von Tobias Blaschke von der Band „Inklusio“, einem Inklusionsprojekt von Lebenshilfe und Musikschule Horrenberg-Dielheim.

Bei Rundgängen durch das Kinderhaus und den neu gestalteten Außenbereich konnten sich die Gäste abschließend über die räumliche Konzeption informieren.