Präsentation des neuen Online-Marktplatzes kaufinBW.de im Gasometer Pforzheim

Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „nussbaum business forum“ fanden sich am Freitag, den 27. Juli 2018 über 80 Gäste im Gasometer Pforzheim ein, um sich über den neuen Online-Marktplatz kaufinBW.de informieren zu lassen. Neben einem Informationsteil, stand der Besuch der Ausstellung „ROM 312“ sowie ein abschließender Meinungsaustausch bei mediteranem Buffet auf dem Programm.

Das Feedback auf die Veranstaltung war durchgängig sehr positiv. Über folgendes Feedback haben wir uns besonders gefreut: „An dieser Stelle nochmals unseren herzlichen Dank für den zauberhaft schönen Abend. Eine beeindruckende Örtlichkeit, interessante Vorträge, bereichernde Gespräche, sehr angenehme Kontakte und ein wunderbares Essen. Für uns war es ein sehr schöner Abend, in all dem Arbeitsalltagstrubel eine wohltuende Überraschung. Die kleine Reise nach Pforzheim hat sich für uns in vielerlei Hinsicht gelohnt.“

Den Informationsteil eröffnete Prof. Dr. Oppermann von der Dualen Hochschule Pforzheim mit dem Thema „Der lokale Einzelhandel von morgen – worauf wir uns einstellen dürfen“. Prof. Oppermann leitete seinen Vortrag über die fünf zentralen Einflussfaktoren für die Entwicklung des Einzelhandels sowie vier sich hieraus ergebende Thesen ein. Die Einflussfaktoren sind die Alterung der Bevölkerung, die Flexibilisierung des Alltags, ein wachsendes Bewusstsein für Gesundheit und Nachhaltigkeit, eine zunehmende Vernetzung und der Faktor Zuwanderung.

Hieraus ergeben sich vier Thesen zur Entwicklung des lokalen Einzelhandels:
1) Glaubwürdigkeit wird zum Erfolgsfaktor
2) Der innerstädtische Einzelhandel wird zum Service- und Erlebnisraum
3) Das Sortiment wird (noch) interkultureller
4) Online und Offline werden weiter verschmelzen

Der Schwerpunkt des Vortrags beschäftigte sich fortan mit der Verschmelzung von Online und Offline. Auszüge dieses Vortragsteils:

– Der Anteil der Smartphone-Nutzer beträgt in Deutschland mittlerweile über 80%.
– Der E-Commerce-Umsatz im Einzelhandel (B2C = Business to Consumer) hat sich in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren von rund 1 Mrd. Euro auf knapp 54 Mrd. Euro entwickelt. Das sind etwa 10% des gesamten Einzelhandelsumsatzes in Deutschland. Die jährlichen Steigerungsraten der letzten Jahre lagen bei ca. 10%.
– Konsumenten nutzen für Ihre Kaufentscheidung alle Kanäle – z.B. informieren sich 40% der Käufer von TV- und Hi-Fi-Geräten online bevor sie offline kaufen. 24% der Offline-Käufer kaufen ohne Vorab-Online-Recherche. 15% der Online-Einkäufe finden mit, 26% ohne Vorab-Recherche im Ladengeschäft statt.
– Für etwa 74% der Kunden ist es auch in Zukunft wichtig, direkt im Laden einkaufen zu können, 41% möchten den Händler über mehrere Kanäle ansprechen können und 10% wollen zukünftig nur noch online einkaufen.
– Eine Möglichkeit für den lokalen Einzelhandel, sich online zu engagieren, sind Online-Marktplätze.
– 35% der Händler mit stationärem Ladengeschäft nutzen bereits einen Online-Marktplatz oder haben Interesse daran – 65% sind uninteressiert oder haben sich noch nicht damit beschäftigt.

Gründe für die Nichtnutzung von lokalen Online-Marktplätzen als Vertriebsweg:
46%: Der organisatorische Aufwand ist zu groß

31%: Der Bekanntheitsgrad des lokalen Marktplatzes ist zu gering
31%: Der erwartete Umsatz ist zu gering
25%: Der technische Aufwand ist zu groß

24%: Eine Steigerung der Kundenfrequenz im Laden ist nicht zu erwarten
23%: Die digitale Sichtbarkeit ist zu gering
18%: Die gewünschte Kundenzielgruppe wird nicht erreicht
17%: Die zu zahlende Gebühr/Provision ist zu hoch

Aus welchen Gründen würden Kunden über einen lokalen Online-Marktplatz einkaufen?
82%: Ich will die stationären Händler unterstützen
56%: Ich weiß, ob ein Produkt vorrätig ist, wenn ich in den stationären Laden gehe
38%: Ich will einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, z.B. durch kürzere Transportwege
31%: Es ist eine schnellere Lieferung möglich

Das Fazit des Vortrags ist der Umstand, dass der lokale, regionale oder nationale Wettbewerb eine Illusion sind. Der Markt ist die Welt, und die Welt ist online! Die gute Nachricht: Der stationäre Handel wird nicht sterben, wenn er sich ändert. Die Zukunft gehört dem Omni-Channel aus Ladengeschäft, Online-Verkauf, Mobil, Social Media und Telefon.

Andreas Tews, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb bei Nussbaum Medien, zeigte in seinem Vortrag „kaufinBW – ein wichtiger Baustein innerhalb eines ganzheitlichen Marketing-Systems“ auf, welche Rolle der Online-Marktplatz kaufinBW im Rahmen der „Digitalen Transformation“ der Verlagsgruppe spielt und warum es in der heutigen Zeit so wichtig ist innovativ zu sein und „groß zu denken“.

Nussbaum Medien ist auf dem Weg dazu, sich vom Produkt- zum Plattformanbieter zu entwickeln. Dabei spielt der Netzwerk-Effekt eine besondere Rolle. In Netzwerken steigt durch jeden zusätzlichen Teilnehmer (bspw. Anbieter, Konsument, Kommunikationspartner) der Wert für alle Teilnehmer exponentiell an. Da die Grundlage erfolgreicher Netzwerke kritische Massen an Netzwerk-Teilnehmern sind, setzt Nussbaum Medien im Bereich der digitalen und mobilen Angebote zukünftig voll auf seine Präsenz und Kundenbeziehungen in ganz Baden-Württemberg und auf große zentrale Datenbanken. Das Medienhaus setzt sowohl auf den Trend „Vom Lokalen zum Regionalen“, als auch auf den Gegentrend „Vom Regionalen zum Individuum“, der den Nutzern über Personalisierung die relevanten Inhalte aus dem Gesamtangebot aller Inhalte herausfiltert.

Mit 1,1 Mio. erreichten Haushalten, 40.000 Nutzer seiner Redaktionssysteme und über 30.000 gewerblichen Kunden, hat Nussbaum Medien die besten Voraussetzungen ein großes digitales Netzwerk aufzubauen.
Aus Sicht von Nussbaum Medien benötigt man für die erfolgreiche Umsetzung eines Online-Marktplatzes drei Zutaten: Smarte Technologie (Plattform), relevante Inhalte und ein leistungsstarkes Marketing (Werbedruck und Werbeintelligenz). Reine Technologie-Anbietern fehlen zumeist die beiden letzten Komponenten.

Nussbaum Medien hat sich mit der Shopimore AG zusammengeschlossen, um die Stärken beider Partner zu bündeln. Die Kernkompetenz von Nussbaum Medien sind lokale und regionale Inhalte. Die Shopimore AG beherrscht Technologien und Prozesse rund um den stationären und digitalen Handel (Omni-Channel). Zu den weiteren Erfolgsrezepten gehört der Aufbau bzw. die Begleitung vielfältiger regionaler Communities mit regionalen und thematischen Interessenswelten. Und der Ausbau von Kooperationen. Es sollen möglichst viele Akteure des Stadtmarketings in die Plattformen eingebunden werden. Dadurch wird Nussbaum Medien selbst zu einem der wichtigsten Akteure des Stadtmarketings.

Andreas Tews skizzierte den Teilnehmern die technologischen Grundlagen des neuen „digitalen Ökosystems“ des Verlags. In der Überleitung zum abschließenden Vortrag der Shopimore AG gab er einen Überblick über die neuen Services von Nussbaum Medien sowie deren Entwicklungspotenziale:
– Lokalmatador.de (Online-Marktplatz)
– BürgerApp (Mobilangebot)
– Nussbaum Club (Serviceangebot für Abonnenten)
– mycard-Kundenbindungssystem (mit Cashback-Programm)

Der Online-Marktplatz kaufinBW wird inhaltlich ganz eng mit diesen weiteren Informations- und Service-Instrumenten verknüpft und durch umfangreiche Werbemaßnahmen untersützt. Allein die flankierende Werbung in den Printmedien von Nussbaum Medien hat einen Mediawert in Höhe von 10 Mio. Euro. Zusätzlich kommen Hörfunk-Werbung, Online-Marketing (Social Media, Suchmaschinen-Werbung, Suchmaschinen-Optimierung) und POS-Materialien zum Einsatz. Offizieller Start des Portals ist September 2018. Ziel ist es bis Jahresende Verträge mit ca. 200 Anbietern geschlossen zu haben.
Der Vortrag von Martin Kahr (Geschäftsführer Shopimore AG) und Rudolf Knittelfelder (Vertriebsleiter) rundeten die Vortragsreihe ab. Martin Kahr erläuterte warum die Shopimore AG die Nussbaum Medien so gut ergänzen. Rudolf Knittelfelder berichtete über erste Erfahrungen aus den beiden kaufinBW-Testregionen „Walldorf, Wiesloch und Umgebung“ und „Weil der Stadt, Renningen, Calw“.
Zu der Multichannel-Komplett-Lösung von Shopimore gehören:
– Online-Marktplatz
– Zentrale Warenwirtschaft (Einfache Abwicklung aller Geschäftsprozesse)
– Online-Shops (Einfache Erstellung eines eigenen Online-Shops mit Anbindung an kaufinBW)
– Kassensystem (Modernes Tablet-Kassensystem)
– Kundenbindung (Vollintegriertes Kundenbindungssystem)

Die Alleinstellung des Angebots liegt auf einem voll synchronisierten All-In-One-Lösung, mit einfacher Integration (keine IT-Kenntnisse notwendig) zu sehr geringen Investitionskosten.

Die Komplett-Lösung stellt eine Win-Win-Win-Lösung für Kommunen, Unternehmen und Kunden dar. Sie unterstützt die Belebungs-Bedürfnisse der Kommunen (Verhinderung der Abwanderung von Kaufkraft), die Marketing-Bedürfnisse der Unternehmen (Angebote bewerben, Neukunden gewinnen, Stammkunden binden, mehr Umsatz generieren) sowie die Shopping-Bedürfnisse der Kunden (Produktvielfalt, Günstig einkaufen, Geld & Zeit sparen, Lokal Einkaufen, Cashback).

Für die Artikelanlage stehen den Anbietern gleich vier Möglichkeiten zur Verfügung:
– Manuell mit benutzerfreundlicher Oberfläche
– Import über CSV
– Import aus zentralem Artikelstamm
– Anbindung des Warenwirtschaftssystems

Shopimore und Nussbaum Medien legen höchsten Wert auf die Einhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften ist eine Selbstverständlichkeit. Die offene und transparente Kommunikation der Kooperationspartner über die gespeicherten Kundendaten geht aber noch weit über das geforderte Maß hinaus.

Ein Blick in die Zukunft war die Kurzvorstellung des Konzeptes „Data Driven Marketing“. Dabei geht es um die Analyse des Kundenverhaltens, um diesen auf Basis seiner Interessen und Vorlieben persönlich ansprechen zu können und die Inhalte und Angebote auf den Plattformen ständig optimieren zu können. Die Kunden zu verstehen und die Interaktion mit den Kunden zu optimieren ist ein wichtiges Instrument für Kundenzufriedenheit und Kundenbindung.

Rudolf Knittelfelder berichtete abschließend über das positive Feedback der Verkaufsgespräche in den ersten Wochen. Es besteht ein großes Interesse an Lösungsansätzen für den regionalen Online-Handel, und eine breite Unterstützung für das Baden-Württemberg-Konzept von Nussbaum Medien.

Nach den Vorträgen hatten die Teilnehmer die Gelegenheit die Ausstellung „ROM 312“ zu besichtigen, die in den letzten 3,5 Jahren von über 600.000 Personen besucht wurde.

Die Veranstaltung war offiziell um 22 Uhr beendet. Die letzten Teilnehmer führten jedoch bis um kurz vor Mitternacht anregende Gespräche inmitten des Ausstellungsraums, also inmitten des alten Rom.