Klaus Nussbaum: “Was mir wichtig ist…”

»Krieg. Bisher war das weit weg. Krieg war immer woanders. Wir empfanden Krieg stets als schrecklich, aber er machte keine Angst. Seit dem 24. Februar 2022 ist Krieg fassbar. Bombenhagel, einschlagende Raketen, explodierende Granaten, Tote, Verletzte, die Hölle hat ein Tor aufgestoßen.
Hier in Europa – und das Tor ist weit offen.«

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es ist nicht nur der Angriffskrieg Russlands, der seit dem 24. Februar die Welt in eine neue Zeit versetzt. Es ist auch die Dynamik, mit der dieser epochale Bruch des Völkerrechts in unsere ganz persönliche Lebenswelt eingreift. Von einem Tag zum anderen wurde die Ukraine hautnah. Wir bangen um ihre Zivilbevölkerung, um die atomare Sicherheit der Welt und um den Fortbestand der Demokratie. Es befallen uns neue, fremde Gefühle, und sie erschrecken uns tief.

Die ersten Bilder in den Nachrichtensendungen setzten in uns eine Kaskade von Reaktionen frei. Sie wirbelten Gedanken und Gefühle wild durcheinander. Wut, Ohnmacht, Hass, Aktionismus vermischten sich mit Sorgen. Der Krieg war Gesprächsthema Nummer eins. Im Büro, auf dem Flur, in der Kantine, zu Hause mit der Familie. Corona? Das lag hinter uns. Irgendwie.

Wieder waren es Bilder, die sich im Kopf festsetzen und unauslöschlich bleiben. Momentaufnahmen des Krieges und seiner Folgen zeigen seine Brutalität neben den Kampfhandlungen, zeigen die Opfer, die vielen Tausend Menschen auf der Flucht. Frauen, Kinder, Ältere. Vertrieben aus ihrer Wohnung, aus ihrem familiären Umfeld, aus ihrer Heimat. Unglaublich erschöpfte Menschen. Blasse, starre Blicke. Man sieht ihren Gesichtern an, welche Ängste sie ausgestanden haben, mit welchem Schmerz sie sich von Verwandten haben trennen müssen. Diese verängstigten Gesichter wecken in mir Kindheitserinnerungen. Ich höre wieder die Erzählungen meiner Mutter, wie sie 1945 aus dem damaligen Königsberg vertrieben wurde. An der Hand ihrer Mutter flüchtete sie damals in eine ungewisse Zukunft, erfuhr vom Tod des Vaters, suchte verzweifelt nach Sicherheit und Halt, weit weg von der Heimat.

Dieses unfassbare Leid wiederholt sich. Dabei waren wir doch so sicher, dass Krieg und Vertreibung Geschichte sind, Vergangenes, zumindest bei uns in Europa. Jetzt liegt es in unserer Hand, diese bitterarmen Menschen zu unterstützen, ihnen das zu geben, was sie dringend benötigen. Sie brauchen ein Zuhause, sie müssen versorgt werden, mit Essen, mit Medikamenten, sie benötigen Zuwendung, ein offenes Herz. Und sie benötigen auch Bargeld, damit sie in der Fremde nicht ohne einen Cent dastehen. Sie dürfen nicht auch noch ihre Würde verlieren.

Wir, Nussbaum Medien und die Nussbaum Stiftung, haben die ersten Maßnahmen ergriffen. Mit der „Nothilfe Ukraine – Millionen Menschen brauchen unsere Hilfe“ bitten wir auf dem Spendenportal www.gemeinsamhelfen.de um Spenden. Das eingehende Geld geben wir zu 100 Prozent ohne Abzüge an die Hilfsorganisationen weiter. Im Augenblick arbeiten wir mit den Maltesern zusammen, sind auch offen für andere Hilfsorganisationen, die unser Vertrauen haben. Wir werden täglich mehr Erkenntnisse gewinnen, wo Hilfe benötigt wird. Wir werden darauf reagieren. Helfen Sie bitte mit. Wer Wohnraum zur Verfügung stellen kann, der gibt den Menschen Sicherheit. Mit Spenden erreichen wir viel. Die Helfer vor Ort, an den Grenzen, an den Bahnhöfen bei uns, an den Auffangzentren, sie wissen, woran es fehlt. Wir müssen die erste Not lindern.

Jetzt ist Soforthilfe das Wichtigste. Bitte unterstützen Sie diese unschuldigen, hilflosen Menschen, die aus der Ukraine zu uns kommen.

Darum bitte ich Sie aus vollem Herzen,

Ihr Klaus Nussbaum

Nothilfe Ukraine: Millionen Menschen brauchen unsere Hilfe

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